"Die Freunde des v i e l l e i c h t sind Freunde der Wahrheit. Aber sie sind p e r d e f i n i t i o n e m nicht i n der Wahrheit, richten sich nicht in ihr ein wie in der verriegelten Sekurität eines Dogmas oder der stabilen Verlässlichkeit einer Meinung. Die Wahrheit des v i e l l e i c h t kann, wenn es sie gibt, nur jene sein, deren Freunde die Freunde sind. Nur ihre Freunde. Die Freunde der Wahrheit sind ohne d i e Wahrheit, auch wenn sie ohne Wahrheit nicht sein können. Wahrheit, die Wahrheit der kommenden Denker, ist nichts, w a s oder w o r i n man s e i n, und nichts was man b e s i t z e n könnte. Nur ihr Freund soll man sein, und das heißt auch: ein Einsamer, der eifersüchtig über seine Zurückgezogenheit wacht. Anachoretische Wahrheit dieser Wahrheit. Aber weit entfernt, das Politische weit von sich zu weisen, überpolitisiert dieser Einsiedler den Raum der Stadt."
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Jacques Derrida: Politik(en) der Freundschaft. Frankfurt am Main 2000, S. 76f
(via walter-benjamin-bluemchen). (via diesebastionbehrisch)
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